Mit kleinen Kameras große Geschichten erzählen: Dieses Versprechen macht der Trend des Mobile Journalism, beziehungsweise des Mobilen Journalismus, oder ganz kurz MoJo.

Mobil sind Journalistinnen und Journalisten natürlich schon länger – aber bei MoJo geht es um das Wortspiel mit dem englischen Wort "mobile", auf deutsch: dem Handy. Und zwar als Produktionsmittel: Mittlerweile sind nämlich viele Smartphones technisch so weit entwickelt, dass sie fernsehtaugliche Bilder liefern können.

Auch klassische Rundfunkanbieter wollen die kleinen Smartphone-Kameras sinnvoll einsetzen - so auch der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Die ems hat den rbb dabei in den vergangenen Monaten durch Schulungen unterstützt. 

Mehr als zwei Dutzend Trainings mit über hundert Teilnehmern hat die ems in den vergangenen Monaten gestemmt. Mehrere rbb-Redaktionen – von tagesaktuell bis Magazin – lernten die Vorteile und Herausforderungen des Mobilen Journalismus aus erster Hand kennen. Trainiert wurden sie dabei von den erfahrenen Mobile Reportern Antje Pfeiffer (rbb zibb) und Martin Heller (WELT, IntoVR). Mittlerweile setzen einige rbb-Redaktionen MoJos ein. 

Worauf kam es den Trainern besonders an?

Antje Pfeiffer: Mir ist in den MoJo-Seminaren besonders wichtig, neben den technischen und gestalterischen Besonderheiten des Smartphones, die Teilnehmer auch dahingehend zu schulen, welche Inhalte sich in der Praxis auch mit diesem Produktionsmittel umsetzen lassen. Nur wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann auch ein schönes Produkt dabei herauskommen.

Martin Heller

Martin Heller: Da die Seminarteilnehmer bereits umfangreiche Bewegtbild-Erfahrung haben, kommt es mir beim rbb vor allem auf sorgfältiges Arbeiten mit dem neuen Arbeitswerkzeug an. Nur weil man ein Handy nutzt, muss es nicht ‚quick&dirty‘ sein. Wer das Zubehör richtig einsetzt, Einstellungen in den Apps manuell vornimmt, einen Blick für gute Bilder mitbringt, kann tolles Material herstellen.

Eine besondere Optik

Neben Reporterinnen und Reportern durchliefen auch die Redakteurinnen und Redakteure, die die MoJos beauftragen, die Schulungen. Einblickstrainings gab es für Kolleginnen und Kollegen aus den klassischen Bereichen Kamera und Schnitt

Die Trainingsteilnehmerinnen und -teilnehmer lernten anhand von Best-Practice-Beispielen, was die besondere Optik von MoJo-Beiträgen ausmacht. Zudem übten die Teilnehmer den Umfang mit Bildstabilisatoren (Gimbals) und das Schneiden auf dem iPad. 

Jede und jeder drehte einen kleinen Übungsfilm. Und die können sich sehen lassen, wie die folgenden drei Beispiele zeigen. Mitarbeiter des jungen rbb-Radioprogramms Fritz produzierten Filme, die nicht nur inhaltlich, sondern auch gestalterisch zeigen, wie unterschiedlich schon kurze MoJo-Filme aussehen können: 

MoJo-Übungsfilm 1: Porträt einer Läuferin

MoJo-Übungsfilm 2: Satire über einen „Inflowerencer“

MoJo-Übungsfilm 3: Satire über das Rauchen

Und das Fazit?

Am Ende der Schulungen haben wir die TeilnehmerInnen nach ihrem Resümee gefragt. Hier einige Auszüge aus den Rückmeldungen: 

- „Die Angst vor Technik wurde mir gut genommen und ich gehe mit einem guten Gefühl aus dem Seminar & in den 1. Dreh.“ 

- „Die Grundvoraussetzungen der Teilnehmer sind schon immer recht unterschiedlich. Der Trainer hat alles gegeben, keinen zu verlieren und keinen zu unterfordern.“ 

- „Sehr überraschend, was man in zwei Tagen zu Wege gebracht hat.“ 

- „Bin beeindruckt von den tollen Bildern – und der Schnitt mit dem Finger macht irre Spaß.“

Interesse geweckt?

Die ems bietet immer wieder offene zweitägige MoJo-Kurse an - die Technik wird dabei komplett gestellt. Hier finden Sie alle Infos zu Inhalten und Anmeldung.