Johanna Siegemund

11. Jahrgang

 

Leipziger Land im Jahr 2005: Zehn Jahre nach meiner Geburt lande ich zum zweiten Mal vor dem Mikrofon. Beim ersten Versuch waren es noch Hörspiel-Kassetten und ein Recorder. Beim zweiten Versuch ist es nun eine Radiosendung mit dem irreführenden Namen „Chili-TV“. Trotz der treuen Hörer (Danke Mama und Papa) wurde die Sendung eingestellt, der nächste Versuch ließ auf sich warten.

 

Es war die Abneigung zur Physik, die mich zum journalistischen Wesentlichen brachte: Schreiben, Konzipieren und Geschichten erzählen. Oder anders gesagt: Ich habe während meines ersten Semesters der Medienwissenschaften in Weimar ziemlich schnell verstanden, dass ich lieber über Zahlen spreche, als sie in Form von Schallgeschwindigkeiten zu berechnen. Das Praxismodul „Elektroakustische Komposition“ wurde gegen einen Platz im heimischen bauhaus.fm-Studio eingetauscht.

 

Nach dem ersten Mal „in 10 Sekunden sind wir auf Sendung“ wurde es schlussendlich (Radio-)Liebe auf den dritten Blick. Aber immerhin eine Liebe, die sich durch das ganze Studium zog: Fortan war das Mikrofon immer in der Tasche, jede Begebenheit auch eine Gelegenheit für eine vertonte Erzählung. Unter anderem bei VICE Austria, detektor.fm, MDR und Radio Ö24 viele Gelegenheiten gehabt, um von diesen Begebenheiten zu erzählen.

 

Im Endeffekt ist mir die Physik doch hilfreich gewesen. Sie beschreibt, wie ich am besten funktioniere: Unter Strom. Man erlebt mich oft in Gedanken rotierend, Informationen generierend oder auch manchmal in alle Richtungen ausströmend. Hauptsache Bewegung.