Anton Stanislawski

11. Jahrgang

 

Wären wir in einem Spielfilm, lägen jetzt eine Handvoll zerknüllter Seiten Papier um den Mülleimer des 1993 in München geborenen Anton Elias Stanislawski. Sind wir aber nicht. Stattdessen wird einfach das Worddokument „Selbstbeschreibung“ des studierten Politikwissenschaftlers und Soziologen immer länger. Witzig-cool hat nicht funktioniert, trocken-abgeklärt war zu langweilig, jetzt also szenisch untermaltes Informationsdropping. Gefällt ihm bisher ganz gut. Das ist kreativ, das hat sonst keiner, das ist n Hingucker.

 

So schreibt er also weiter. Erwähnt, dass er sich während des Studiums bald  praktischere Aufgaben suchte, als Redakteur beim Münchner Studentensender M94.5 Pornosternchen und BND-Agenten interviewte und sich ganz nebenbei ins Produzieren von Featuresendungen verliebte, streut ein, dass er ein Jahr in der Türkei studierte, wo er sah, wie verdammt wichtig eine freie Presse ist, dass er später beim Berliner Sender FluxFM, vom Junkie bis zum Senator, alle mal vorm Mikro hatte und merkt dann, dass dieser Satz ja gar kein Ende mehr nimmt und macht endlich einen Punkt.

 

Zufrieden mit der selbstironischen Note, die der Text inzwischen hat, will er zum Ende kommen. Kurz noch die eigenen Interessen abstecken: Politik, Türkei, Internet – und alles was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Na bitte, freut er sich, doch noch witzig geworden, jetzt vielleicht noch was geistreich-positives zum Schluss, ein bisschen Pathos – aber ehrlich muss es sein. So kommen folgende Zeilen zustande:

 

Ich bin fest davon überzeugt, dass es keine spannenderen Zeiten gibt, journalistisch zu arbeiten. Diese Arbeit muss dann aber auch gut sein. Deswegen bin ich hier.