Das Timing hätte schlechter nicht sein können. Die Anfrage, das diesjährige VoloLab auszurichten, erreichte uns einen Tag bevor unser neuntägiges Radioabschlussprojekt starten sollte. Das war im Dezember 2017. Mit müden Augen, ausgebrannten Köpfen und dem Wissen, dass es vermutlich sehr viel Arbeit bedeuten würde, entschieden wir uns als 11. Jahrgang der ems dann aber doch dazu, das sechste VoloLab zu organisieren. Denn immerhin ging es sozusagen um Leben und Tod: Der NDR, der es vergangenes Jahr ausgerichtet hatte, fand nun keinen Nachfolger. Also setzten sich drei von uns im Frühjahr das erste Mal zusammen, um über ein mögliches Motto für das VoloLab 2018 zu beraten.

Jung, hip und immer „1weiter“

Da Redaktionsleiterinnen und –leiter von uns als  Nachwuchs-Journalistinnen und -journalisten oft erwarten, dass wir kreativ sind und Inhalte ganz neu denken, entschlossen wir uns dazu, auf dem VoloLab „1weiter“ zu gehen. Also versuchten wir, zu möglichst vielen Themen Dozentinnen und Dozenten zu finden: Wir wollten Podcasts und Nachrichten neu denken, neue Techniken wie Virtual Reality und 360 Grad ausprobieren, Fernsehbilder nicht nur mit den üblichen Aktenschränken gestalten und unsere Rolle als Reporterinnen und Reporter diskutieren. Heraus kamen acht Vorträge und sieben Workshops, die unter anderem von Journalistinnen und Journalisten vom Y-Kollektiv, dem ARD-Hauptstadtstudio und freien Medienmacherinnen und Medienmachern gestaltet wurden. Was dann folgte, war vor allem viel Organisatorisches: Wir schrieben Einladungen an die anderen Volos der ARD-Anstalten, des ZDF, der Deutschen Welle und des Deutschlandradios, ließen ein Logo erstellen und kümmerten uns um ein Rahmenprogramm. Außerdem herrschte in der Woche vor dem VoloLab aufgeregtes Gewusel in den Fluren der Schule, denn auch die anderen ems-Volos bereiteten sich nun auf ihre Moderationen der Panels vor, packten fleißig rbb-Beutel mit Stiften und Blöcken und schnitten noch an dem ein oder anderen Video.

Wie im Rausch

Und dann ging auf einmal alles ganz schnell. Freitagabends begrüßten wir die anderen Volontärinnen und Volontäre mit einem angemessenen Blick über die Dächer Berlins im „Klunkerkranich“ in Berlin-Neukölln. Samstags bekam unser Auftaktprogramm nach einem üppigen Frühstück im großen Kinosaal des fx-Centers in Potsdam-Babelsberg seine Feuertaufe. Nach kurzer Aufregung, ob auch die Technik funktionierte, rauschten sechs Monate Vorbereitung nur so an uns vorbei. Nach einem spannenden Samstag mit viel Input feierten wir bis früh in den Morgen im Beate Uwe am Alexanderplatz und tatsächlich standen am Sonntagmorgen fast alle pünktlich wieder um 10:30 Uhr auf der Matte zum Abschluss des VoloLabs. Die Veranstaltungsreihe „Journalism on stage“ verschaffte uns einen kleinen Einblick in zwei spannende Recherchen: Magdalena Bienert stellte ihren Podcast „Ein Mann für Mama“ vor und Anne Thiele vom Y-Kollektiv erzählte, wie es war, mit einer Hilfsorganisation in Syrien zu drehen. Aber auch ein VoloLab-Wochenende geht zu Ende und so fuhren 130 Volontärinnen und Volontäre mit müden Augen und ausgebrannten Köpfen aber glücklich nach Hause.