Meili Scheidemann und Maximilian Ulrich
Meili Scheidemann und Maximilian Ulrich

Und jetzt kommt der Beitrag, von dem sie nicht wissen, wie sie ihn anmoderieren sollen. Max und Meili stehen im Sendestudio von Fritz. Es ist 9:20 Uhr. Noch läuft "Alles ist erleuchtet" von Casper. Aber in zwei Minuten müssen die beiden den Fritz-Hörern den Beitrag übers Umziehen in Berlin verkaufen. "Kennt Ihr das: Ihr seid gerade nach Berlin gezogen...", probetextet Max am Mikro vorbei. "Nee, wir lassen das ohne Anmod, wir spielen das back to back", sagt er. "Man versteht den Beitrag nicht besser mit einer Anmod." Stimmt. Geht auch so. Umziehen in Berlin - kennt doch jeder.

Manchmal freestylen sie im Studio. Moderieren auf Zuruf. "Ich weiß dank der ems, was ich kann" sagt Mareile, genannt Meili, Scheidemann, Absolventin des neunten Jahrgangs. Und in ihren Freestyle-Momenten verlässt sie sich auch darauf. "Einmal habt ihr mich während der Radioausbildung so richtig ins kalte Wasser geworfen, ich musste einen Beitrag über den Israel-Palästina-Konflikt machen." Kompliziertes Thema, Beitrag gelungen, Lerneffekt immens. Spätestens da habe sie gewusst, dass sie sich etwas zutrauen könne. 

Feedbacken haben sie an der ems gelernt

So war das auch bei der Morgensendung bei Fritz. Auch die musste sie sich erst einmal zutrauen. "Aber ich hatte ja einen Mentor, nämlich Max". Der ist Absolvent des siebten Jahrgangs und moderiert schon seit ein paar Jahren bei Fritz, eher am Abend. "Aber dann hab ich gesagt, dass ich gerne auch mal größere Sendungen moderieren würde", sagt er. Er bekommt eine Urlaubsvertretung. Läuft ganz gut. "Und dann kam die Morgensendung zu mir." Und damit auch zu Meili. Denn Max macht sie zu seiner Redakteurin und Co-Moderatorin.

Klar stehen die beiden jetzt ein bisschen mehr im Rampenlicht. Auf die Morgensendung schauen sie alle, jeder in der Redaktion hat eine Meinung. "Bei Fritz ist die Feedback-Kultur nicht immer optimal, einige nehmen Kritik ziemlich persönlich", sagen beide. Doch an der ems hätten sie beide die gleiche Schule durchlaufen. Und das verbindet. "Meili und ich gehen auch zusammen Bier trinken", sagt Max. Das hilft natürlich. "Noch besser ist aber, dass wir beide gelernt haben, uns professionell die Meinung zu sagen." 

Max denkt oft an seinen Vater

Die Radiofritzen am Morgen
Die Radiofritzen am Morgen

"Ich denke jeden Tag an die Radioausbildung an der ems", sagt Max. Und dort insbesondere an das Seminar seines Vaters, Radiomoderator Andreas Ulrich. Ulrich der Ältere unterrichtet an der ems das gute Studiogespräch. Und sagt den Volontären, dass sie ein echtes Gespräch mit authentischen Fragen führen sollen. "Hier bei Fritz kriegst Du als Moderator ganz oft drei Fragen aufgeschrieben, als hätte ich zum ersten Mal von einem Thema gehört." Doch genau das zu kritisieren, sei bei Fritz nicht immer einfach. Kritik äußern - ein vermintes Feld. "Dabei würde auch ich mir wünschen, gesagt zu bekommen: Mann Max, jetzt mach das doch mal anders..."

Ihre gemeinsame Sendung - für Max und Meili ist das ein großer Karrieresprung. "Das ist ein Ja zur Karriere", sagt Max, der während der Radiowochen an der ems noch das Nachsehen hatte. Denn während der Live-Sendungen durften andere Volontäre moderieren, er nicht. Noch nicht. Und Meili? War zuerst überrascht, dass sie überhaupt im Gespräch war. "Aber als wir die erste Probesendung gemacht hatten, da wollte ich diesen Job unbedingt." Sie sehe zwar inzwischen ihre Freunde nicht mehr so oft. Und um 3 Uhr aufstehen heiße auch, seltener zum Fußballtraining zu kommen. "Aber mir ist das sehr wichtig, diese Sendung zu machen."