

So aufmüpfig hat sich #ems15 selten gefühlt: „Radio ist tot, lang lebe das Radio!”, schallte es durch die Gänge unseres Hauptquartiers in Babelsberg. Wir wollen kein Wetter, keinen Verkehr, keine Nachrichten, wie man sie kennt – wir machen kein Radio. Aber natürlich machen wir schon irgendwie Radio, ist ja schließlich unsere Aufgabe.
Von Maggi Geppert
Um genau zu sein: „Ihr erfindet die bestmögliche Radio-Morningshow: bundesweites Verbreitungsgebiet, Zielgruppe 40-49 Jahre. Der Rest ist offen.“ So lautete die Aufgabe für unser Audio-Abschlussprojekt.
Am Zahn der Zeit und irgendwie 90er
Unterstützung bekamen wir von niemand Geringerem als Fritz- und radioeins-Erfinder Helmut Lehnert! Erste Aufgabe: den Vibe finden. Doch woher nehmen, wenn nicht fühlen? Nischig soll es sein, gefühlig, aber auch am Zahn der Zeit und trotzdem irgendwie 90er. Oder besser gesagt: alte Gefühle in neuen Songs. Okay, und was genau heißt das jetzt?
Nach vier Tagen des Grübelns, Wühlens, Verzweifelns und Weiterdenkens hatten wir schließlich eine ungefähre Vorstellung davon, wie unser Radio klingen und was es vermitteln soll. Wir verabschiedeten uns von der klassischen Stundenuhr und entschieden uns für ein sorgfältig bestücktes Programm mit einem Nachrichtenkonzept, das es so wohl noch nicht zu hören gab. Gestatten: SHIFT – weiter hören.
Keine Angst vor Knöpfen
Auf dem Papier – beziehungsweise auf dem Miro-Board – sah das alles so einfach aus, doch, Überraschung, die Umsetzung war dann doch oft kniffliger als gedacht. Aber Teamwork makes ja bekanntermaßen the dream work, und so konnten wir viele Aufgaben auf vielen Schultern verteilen.
Alessandro Di Sano (CvD) und Clara Haferkamp (RvD) sorgten dafür, dass wir bei über 30 Grad einen kühlen Kopf bewahren konnten, Tom Niesporek und Fynn Dresler setzten sich die Nachrichten-Hüte auf und kämpften (erfolgreich) für Live-Interviewgäste, Frederike Timme kuratierte 333 Minuten Musik, José-Luis Amsler und Simeon Müller wurden zu unseren Satire-Beauftragten, Maggi Geppert trainierte sich Zeitreise-Skills an, Samuel Hummel führte deepe Gespräche mit Fremden, Seval Tekdal sprach mit einer Archäologin, die eigentlich Juristin ist, und Melda Özsoy und Justus Wilke führten von 6 bis 9 Uhr als Moderator*innen live durch die Sendungen.



Und was ist die vermutlich wichtigste Eigenschaft einer guten Moderation? Keine Angst vor Knöpfen! Zwei furchtlose Vorbilder haben unseren Mods den Rücken gestärkt: Fritz-Moderator Ben Päffgen zeigte den beiden, wie man eine Sendung fährt, und Nancy Fischer von radioeins unterstützte während der Live-Sendung. Außerdem rund um die Uhr an unserer Seite: unsere Ausbildungsleiterin Neela Richter, die jedes noch so kleine Detail im Auge behielt und jede noch so große Katastrophe verhinderte. Wertvolle Tipps für das Soundlayout kamen darüber hinaus von David Tschöpe von Fritz.
Was dabei herausgekommen ist: Gegenstände, die das Zeitgeschehen kommentieren, Nachrichtenboten, die live die News des Tages direkt auf die Straße bringen, Live-Schalten in die Vergangenheit und, ja, auch das ein oder andere Studiogespräch und Interview.
Ganz schön rebellisch, was? Na ja…hört am besten selbst: Eine Auswahl unserer Beiträge und die gesamte Spotify-Playlist mit unseren handpicked Songs findet ihr hier.
