

Nach dem Videoblock dachten wir: Audio kann uns gar nichts mehr. Doch schnell haben wir Volos gemerkt, dass guter Ton gepflegt werden will. Ein Rückblick auf knapp zwei Monate Audio-Training.
Von Melda Özsoy
Es fing eigentlich ganz leicht an: Füße platt tretten bei den ersten Umfragen auf der Straße und die große Frage, wie man dieses Aufnahmegerät eigentlich richtig benutzt. Denn um das ganz große Kopfkino anzuknipsen, braucht man natürlich erstmal das richtige Handwerkszeug für den perfekten Sound.
Dann hieß es ab ins Studio: Mikro an, Regler fahren und drauf losreden! Im Moderationstraining mit Ben Päffgen hatten wir ein ganz klares Mantra, das uns durch den gesamten Block begleiten sollte: Keine Angst vor Knöpfen! Mit diesem Satz im Hinterkopf haben wir unzählige Musikmoderationen gefahren und gelernt, am Mikrofon genau so zu bleiben, wie wir sind – locker und immer wir selbst. Und weil zwischen den Moderationen immer der kürzeste Song aus dem Fritz-Musikprogramm lief, können wir jetzt alle Babydoll von Dominik Fike auswendig – und manche sogar rückwärts.
Mit Patricia Pantel als Trainerin berichteten wir live von der re:publica, dem Bahnhof Zoo oder der Berliner Tafel direkt ins Studio. Mit Amelie Ernst ging es anschließend um Reportagen und Live-On-Tapes. Dabei haben wir gelernt, wie wichtig es ist, Atmo(sphäre) einzufangen und Geschichten so zu erzählen, dass man sie nicht nur hört, sondern miterlebt. Das gleiche gilt übrigens fürs BmE – den Beitrag mit Einspieler.

Mit Su Holder tauchten wir in die Podcast-Welt ein und produzierten eigene erste Piloten. Und vonSebastian Schöbel lernten wir, wie Studiogespräche lebendig werden. Das große Learning: Am besten einfach die eigenen Worte benutzen.

Bei den brutalen Temperaturen im Juni und Juli gab es eigentlich nur ein verlässliches Gegenmittel: Kollektives Eis-Essen! Das hat uns die nötige Abkühlung verpasst, um die rauchenden Köpfe zu retten. Und wenn abends die Mikros ausgingen, haben wir das Studio gegen die Grillzange getauscht und die gemeinsame Zeit bei gemütlichen Grillabenden ausklingen lassen.
Das große Finale: SHIFT
All die erlernten Skills flossen dann in unser Radioprojekt: SHIFT – weiter hören. Gemeinsam mit Radio-Legende Helmut Lehnert haben wir das klassische Morningshow-Format für die 40- bis 49-Jährigen völlig neu gedacht: weg von überdrehtem Geplänkel, hin zu smarter Satire, echten Geschichten und Nachrichten, die direkt auf die Straße gehen. Drei Tage lang haben wir live aus der ems für ganz Deutschland gesendet. Mehr zu SHIFT findet ihr hier.

Nach Seminarphase und Abschlussprojekt starteten die Volos am 20. Juli in ihre Audio-Praxisstationen. Radioeins, Inforadio, Radio Fritz, die Y-Kollektiv Podcast-Redaktion und dpa Audio sind nur einige der Redaktionen, in denen die Volos nun zwei Monate lang Redaktionsalltag erleben: Themen in Redaktionskonferenzen pitchen, Studiogespräche führen, Podcastkonzepte entwickeln und umsetzen, Interviews führen und: ganz viel On-Air sein.
